Berufliche Neuorientierung: Trotz Erfolg etwas Neues starten?

Sich trotz Erfolgs beruflich neu aufstellen? Mit Mitte 40 die zweite Karriere starten? Immer häufiger hört man von Menschen, die genau das tun. Von Menschen, die viel erreicht haben und ihrem Leben trotzdem eine neue Ausrichtung geben. Was steckt dahinter? Wie geht man es an? Und was gilt es zu beachten? Ein Überblick mit 11 Fragen für ein Selbst-Coaching.

Darum geht’s in diesem Artikel:

 

  • Berufliche Neuorientierung trotz Erfolg: Was steckt dahinter?
  • Berufliche Neuorientierung: Wie geht man es an?
  • Berufliche Neuorientierung: Was gibt es zu beachten?

 

Berufliche Neuorientierung trotz Erfolg: Was steckt dahinter?

„Natürlich könnte ich noch 20 Jahre so weiter machen!“, sagte mein Klient, nennen wir ihn Herrn Rothe. „Aber die Frage ist doch: Will ich das? Ich hab doch alles erreicht!“ Herr Rothe, ein erfolgreicher Unternehmer und Vater zweier erwachsener Kinder, war sonst um keine Antwort verlegen. Jetzt blickte er mich ratlos an. War sein Unternehmen wirklich das, worauf er den Rest seines Lebens verwenden wollte?

Wie es beruflich weitergeht, quälte auch Frau Valerius. Auch sie heißt eigentlich anders. Meine Klientin hatte nach dem Studium schnell Karriere gemacht und war nun Führungskraft in einem großen Unternehmen. Sie war gut in ihrem Job. Das wusste sie. Aber es fühlte sich nicht mehr richtig an. Es fehlte was. Was Wichtiges. „Dabei darf ich mich eigentlich gar nicht beschweren“, sagte sie fast verschämt. „Ich habe doch alles.“

Gründe für eine berufliche Neuorientierung

Es gibt unzählige Gründe, warum Menschen ihre berufliche Ausrichtung in Frage stellen.

Teils ist es die fehlende Herausforderung, weil jemand – wie Herr Rothe – alles erreicht hat. Teils ist es das Wissen, dass man die eigenen Fähigkeiten an anderer Stelle sinnstiftender einsetzen könnte. Nicht selten ist es das Gefühl, nur noch getrieben zu sein und dem eigenen Leben erschöpft vom Rand zuzusehen.

Bei manchen Menschen ist es die Erkenntnis, dass die Berufswahl eher den Wünschen der Eltern als den eigenen Neigungen entsprach und man wie an sich selbst vorbeilebt. Bei anderen ist es die Ernüchterung, die sich einstellt, wenn man erreicht hat, was man wollte – Erfolg, Status, Wohlstand – und trotzdem nicht glücklich ist. Und gelegentlich ist es, wie bei Frau Valerius, das leise Wissen, dass etwas Wichtiges fehlt, etwas, das man braucht, um glücklich zu sein.

Diese Liste ließe sich ohne Weiteres fortsetzen. Und wenn Sie das Gefühl kennen, in ihrem Job am falschen Platz zu sein, werden Sie wissen, was ihr persönlicher Beweggrund war oder ist.

Geeint im Zweifel

So unterschiedlich die Beweggründe – was erfolgreiche Menschen in ihren Überlegungen doch eint, sind nach meiner Erfahrung zwei Dinge:

Zum einen das Gefühl, sich nicht beschweren zu dürfen. Denn „eigentlich“ ist ja alles gut. Sie leiden keine materielle Not und sind nicht krank. Viele haben Familie und nicht wenige echten Wohlstand. Wie sich da beschweren?

Das Zweite ist das große Fragezeichen, was es stattdessen sein könnte und wie das überhaupt gehen soll. Berufliche Neuorientierung schön und gut: Aber wohin? Und wie?

„Eigentlich“ ist alles gut

Wie Frau Valerius glauben viele Menschen, sich nicht beschweren zu dürfen, weil sie „eigentlich“ alles haben. Weil es ihnen „eigentlich“ gut geht.

Ich meine, Sie dürfen sich beschweren. Wenn Sie sich perspektivlos oder nur noch getrieben fühlen, wenn Sie ernüchtert oder einfach kreuzunglücklich im Job sind – dann ist das weit weg von einem guten Leben. Und ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen: Es ist manchmal nah dran an Burn-Out, Niedergeschlagenheit, Schlafstörungen oder chronischer Erschöpfung.

Sie dürfen sich beschweren. Und wenn Sie es bei niemandem sonst tun, dann tun sie es bei sich selbst. Nehmen Sie sich und das, was Sie wahrnehmen, ernst und wichtig. So wie Sie Ihre Partnerschaft oder Ihre Kinder ernst und wichtig nehmen. Sie und Ihr Leben sind auch wichtig.

Reflektieren Sie Ihre Situation: Wann hat sich das Gefühl eingestellt? Ging es mit äußeren Faktoren wie privaten Umbrüchen einher? Rührt es aus anderen als beruflichen Umständen?

Wenn nein: Fiel es mit einer neuen Position zusammen, einem neuen Aufgabengebiet? Hatten Sie dieses Gefühl bereits früher in Ihrer Karriere? Wie haben Sie es damals überwunden? Und schließlich: Wie lange fühlen Sie sich so wie Sie sich fühlen? Sind es ein paar Wochen? Oder eher Monate? Sind es womöglich bereits Jahre?

Wenn Sie feststellen, dass bewährte Methoden Sie nicht weiterbringen und dass Sie das ungute Gefühl schon länger als ein paar Wochen oder Monate mit sich herumschleppen – dann ist es vielleicht einfach Zeit etwas zu ändern. Nothing changes if nothing changes. It’s as simple as that. Nehmen Sie Ihr Leben in die Hand und finden Sie, was zu Ihnen passt.

Berufliche Neuorientierung – wohin?

Wenn das so einfach wäre, sagen Sie jetzt vermutlich. Denn die große Frage ist, was eine Zufriedenheit schenkende Alternative sein könnte. Von der man auch noch leben kann. Und ob es die überhaupt gibt.

Das Ärgerliche an dieser Frage ist, dass sie jeder nur für sich beantworten kann – und dass es Zeit braucht, bis man seine Antwort darauf gefunden hat. Ein Coach kann helfen, die passenden Fragen zu stellen. Er kann den Prozess begleiten und oft auch verkürzen.

Sie können sich wichtige Fragen aber auch selbst stellen. Nehmen Sie sich Zeit und beziehen Sie Menschen mit ein, deren Urteil Sie vertrauen und die Sie gut kennen.

Berufliche Neuorientierung: Wie geht man es an?

Machen Sie sich zuerst bewusst, dass Sie den „Fächer der Optionen“ ganz weit aufmachen dürfen. Sie müssen nichts umsetzen. Es geht jetzt einfach nur darum, ergebnisoffen nachzudenken und einen Strauß an Ideen zu sammeln.

Diese Fragen können Ihnen dabei helfen:

Frage #1: Was sind Ihre Bedürfnisse?

Überlegen Sie einmal, was Sie brauchen, damit es Ihnen gut geht. Das gilt besonders, wenn der Wunsch nach einer beruflichen Neuorientierung aus dem Gefühl des Getriebenseins erwachsen ist.

Was sind die eigenen Bedürfnisse? Habe ich ein Bedürfnis nach Freiheit? Eines nach Ruhe? Eines nach Ordnung? Nach Ehrlichkeit? Nach Verantwortung? Habe ich das Bedürfnis gemocht oder akzeptiert zu werden? Habe ich das Bedürfnis nach Komfort? Oder das Bedürfnis, der oder die Beste zu sein?

Sich über die eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden, hat noch nicht unmittelbar etwas damit zu tun, die ideale zweite Karriere zu finden. Aber es hilft dabei, ein zufriedenerer Mensch zu werden. Nur wenn Sie Ihre Bedürfnisse gut kennen, können Sie anderen und sich selbst Grenzen setzen, damit ihre Bedürfnisse nicht ins Hintertreffen geraten. Und nur dann können Sie um das bitten, was Sie brauchen – was Ihnen anfänglich vielleicht gar nicht so leicht fallen wird.

Unsere Bedürfnisse entstehen oft durch unzureichende Grenzen. Indem Sie diese Grenzen setzen und sich um Ihre Bedürfnisse kümmern, gewinnen Sie wieder Land und Zutrauen in sich selbst. Und das kann ja nie schaden, oder?

Frage #2: Was sind Ihre Stärken?

Kennen Sie Ihre Stärken? Haben Sie sich schon einmal bewusst darüber Gedanken gemacht, was Sie richtig gut können? Wissen Sie, was Ihnen leicht fällt? Was Sie aus dem Ärmel schütteln, ohne darüber nachdenken zu müssen? Oft sind wir uns dieser Stärken nicht bewusst. Denn wir halten sie für ganz normal. Wir leiden an der berühmten Kompetenzdemenz.

Ihr Umfeld hingegen wird Ihnen vermutlich ziemlich genau sagen können, worin Sie stark sind, was Ihnen leicht von der Hand geht – was Sie besser können als andere.

Sie könnten also Ihre Eltern oder Geschwister fragen, was Sie als Kind gerne und gut gemacht haben. Sie können Ihre beste Freundin oder Ihren besten Freund bitten zu beschreiben, was sie oder er als Ihre Stärken und besondere Fähigkeiten ansieht. Und Sie können selbst die rosa Brille eines guten Freundes aufsetzen und einmal ohne jegliche Bescheidenheit aufschreiben, was Sie richtig gut können. Worin Sie ein echter Experte sind. Bei was Sie in den Flow kommen.

All das sind Hinweise auf Ihre Stärken.

Frage #3: Was sind Ihre Werte?

Auch wenn das Wort arg strapaziert wird: Kennen Sie Ihre Werte? Was ist Ihnen im beruflichen Kontext wichtig? Wonach streben Sie?

Ist es Freiheit oder Sicherheit? Anerkennung oder Selbstbestimmung? Herausforderung oder Zeitsouveränität? Kollegialität oder Status? Wenn Sie ratlos sind: Im Netz finden Sie Tools, mit denen Sie Ihren Werten auf die Schliche kommen können.

Ein guter Hinweis auf unsere Werte sind auch die Momente, in denen sie verletzt werden. Haben Sie sich immer wieder geärgert, weil jemand zu spät in ein Meeting kam? Dann sind vermutlich gegenseitiger Respekt oder auch Pünktlichkeit für Sie wichtige Werte.  Regt sich der Groll, wenn andere Menschen meinen besser zu wissen, was gut für Sie oder Ihr Team ist? Dann sind Unabhängigkeit oder Selbstbestimmung vielleicht wichtige Werte. Gehen Sie in sich und überlegen Sie, was Sie wirklich ärgert oder wütend macht – oft hilft das, um die eigenen Werte besser greifen zu können.

Gehen Sie bei Ihren Überlegungen nur nicht zu weit in die Vergangenheit. Denn Werte verändern sich im Laufe des Lebens. Wenn Sie Mitte vierzig und längst Partner einer Kanzlei sind, ist Ihnen Status vielleicht nicht mehr so wichtig wie mit Anfang dreißig. Wenn Sie einmal ernsthaft krank waren, ist Gesundheit heute vermutlich bedeutsamer für Sie als vor der Krankheit. Überlegen Sie daher, was heute für Sie wichtig ist. Mit Betonung auf Heute. Und auf: Für Sie. Nicht für Ihre/n Partner/in, nicht für Ihr Umfeld. Für Sie. Denn es geht um Sie. Um Ihr Leben.

Frage #4: Auf wen sind Sie neidisch?

Ein oft unterschätzter Hinweisgeber auf unsere Werte ist der Neid. Nutzen wir ihn produktiv, kann er uns wertvolle Tipps geben, was wir uns für unser berufliches Leben wünschen: Wen beneiden Sie? Und warum?

Ist es jemand, der selbständig arbeitet und unter der Woche auch mal zum Skifahren geht? Das kann ein Hinweis darauf sein, dass Ihnen Freiheit oder Zeitsouveränität wichtig sind. Ist es ein Kollege oder Konkurrent, über den immer wieder in der Presse berichtet wird? Dann könnte Ruhm für Sie Bedeutung haben.

Seien Sie ehrlich zu sich. Scannen Sie Ihr Umfeld, überlegen Sie, was davon für Sie attraktiv ist. Auch wenn es Ihnen ein bisschen unangenehm oder sogar peinlich ist. Sie müssen es ja niemandem erzählen.

Frage #5: Wie sähe Ihr perfekter Tag aus?

Wenn Sie sich über diese eher abstrakten Faktoren klar geworden sind, dürfen Sie träumen: Wie sähe Ihr perfekter Tag aus, wenn Sie nicht scheitern könnten und Geld keine Rolle spielen würde?

Wo würden Sie aufwachen? Wann würden Sie aufstehen? Was würden Sie als erstes tun? Welche Termine hätten Sie? Mit was für Menschen? Welche Ihrer Stärken käme an diesem Tag voll zum Tragen? Und wie würden Sie Ihre Werte leben? Wie würden Sie den Tag ausklingen lassen? Und wann?

Wenn Sie ein eher rationaler Mensch sind, fällt Ihnen das Träumen vermutlich nicht ganz leicht. Dann probieren Sie es anders. Vielleicht hilft Ihnen eher die Vorstellung eines Films: Wenn ein Dokumentarfilmer Sie bei Ihrem zukünftigen perfekten Arbeitstag begleiten würde, was wäre in dem Film zu sehen? Oder vielleicht erzählen Sie sich oder ihren Kindern Ihren perfekten Tag auch wie in einem Märchen: Es war einmal ein Mann / eine Frau, der / die wachte morgens an einem ganz besonders schönen Ort auf, nämlich in …

Träumen ist für uns Erwachsene nicht einfach. Aber es ist wichtig. Je klarer Sie Ihren perfekten Tag vor Augen haben, umso klarer sind Sie sich über Ihr berufliches Ziel. Über ihre perfekte zweite Karriere. Und keine Sorge: Dem Träumer stellen wir gleich noch den Realisten gegenüber – auch er darf noch zu Wort kommen.

Frage #6: Was sind jetzt die Optionen?

Wenn Sie sich über Ihre Bedürfnisse, Ihre Stärken und Werte klar geworden sind, wenn Sie einmal in den allerbuntesten Farben geträumt haben, dann haben Sie gute Leitplanken für Ihre zweite Karriere gefunden. Jetzt setzen Sie das Puzzle zusammen.

Brainstormen Sie, welche Optionen Sie haben, um möglichst viele dieser Parameter unter einen Hut zu bekommen. Malen Sie sich zehn Linien auf ein Blatt Papier und halten Sie zehn Alternativen fest. Mit sehr großer Sicherheit fällt Ihnen am Anfang nichts oder nur sehr wenig ein. Dann denken Sie anders. Überlegen Sie, was würde Ihr/e Partner/in für Sie auf die Liste schreiben? Was Ihr/e beste/r Freund/in? Was würden Ihre Eltern notieren, was Ihre Kinder? Denken Sie nicht zu klein. Seien Sie mutig. Nehmen Sie auch etwas abwegige Ideen mit auf die Liste. Notieren Sie unbedingt zehn Alternativen.

Suchen Sie sich am Ende die drei für Sie besten Optionen heraus. Und denken Sie diese weiter. Bis Sie wissen, wofür Sie wirklich brennen. Worauf Sie wirklich Lust haben. Was eine echte Bereicherung für Ihr Leben wäre.

Frage #7: Was hält Sie ab, sich beruflich neu zu orientieren?

Und dann dürfen Sie sich dem Realisten und inneren Kritiker zuwenden. Denn spätestens, wenn Sie drei Optionen schwarz auf weiß auf dem Zettel haben, wird Ihnen einfallen, warum das alles nicht klappen kann, was total unrealistisch und was zwar für andere, nicht aber für Sie umsetzbar ist.

Hier gilt es ganz genau hinzuhören. Reflektieren Sie, was davon wirklich wahr ist. Nicht alles, was wir denken, sollten wir auch glauben. Nicht alles stimmt. Manch ein Gedanke beruht auf einer Annahme, die wir zwar Zeit unseres Lebens mit uns herumgetragen haben, die aber dennoch falsch sein kann. (Lesen Sie dazu auch den Artikel „Was will ich wirklich und wie komme ich dahin?“ ▼)

Ein Coach mit seinem professionellen Blick von außen kann helfen, solchen dysfunktionalen Glaubenssätzen auf die Schliche zu kommen. Dabei geht es nicht darum, uns die Welt rosarot zu malen. Für manch eine Karriere sind wir vielleicht wirklich nicht geeignet und für manch eine vielleicht zu alt. Es geht allein darum zu vermeiden, dass wir uns unnötig blockieren und ein schöneres Leben unserer eigenen Sabotage zum Opfer fällt.

Berufliche Neuorientierung: Was gibt es zu beachten?

Wenn Sie das für sich beleuchtet haben, geht es an die Umsetzung. Das heißt nicht, dass Sie sofort kündigen oder Ihr Unternehmen verkaufen sollen. Es geht in dieser Phase darum, mehr über Ihr neues berufliches Leben zu erfahren und zu klären, was es braucht, um dorthin zu kommen.

Frage #8: Wen in Ihrem Netzwerk können Sie fragen?

Vielleicht kennen Sie jemanden, der jemanden kennt, der schon in Ihrem Traumjob arbeitet. Nutzen Sie ihr Netzwerk, online wie offline, um solche Menschen zu finden und mehr über diese Tätigkeit herauszufinden.

Führen Sie informelle Gespräche und fragen Sie alles, was Sie wissen wollen. Was gefällt der Person an ihrem Job am besten? Wie sieht der typische Arbeitstag aus? Wie hat er oder sie es geschafft dorthin zu kommen?

Sie müssen dabei nicht offenlegen, dass Sie sich auch für diesen Beruf interessieren. Wenn Ihrem Gegenüber seine Tätigkeit Freude macht, wird er oder sie ohnehin gern darüber berichten!

Frage #9: Was braucht es in persönlicher Hinsicht?

Vor allem, wenn Sie einen Quereinstieg in einen anderen Beruf wagen möchten, können folgende Fragen helfen:

Was braucht es, um dort hinzukommen? Müssen Sie noch eine Ausbildung machen? Müssen Sie auf andere Art neue Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben? Welche? Und wo können Sie das tun? Wie können Sie die nötige Zeit in Ihrem derzeitigen beruflichen Setting dafür aufbringen? Wie können Sie das, falls möglich und verträglich, in Ihr Familienleben einbauen? Welche Termine könnten Sie dafür streichen?

Blicken Sie realistisch auf das, was es braucht um ans Ziel zu kommen – und auf das, was Sie leisten können: Wenn Sie nur 2 Stunden pro Woche Zeit haben, um sich um Ihre berufliche Neuorientierung zu kümmern, sieht es anders aus, als wenn Sie ein Sabbatical von einem halben Jahr zur Verfügung haben. Seien Sie flexibel und suchen Sie nach Möglichkeiten, so viel Zeit und Raum wie möglich für Ihre neue berufliche Perspektive zu finden.

Frage #10: Was braucht es in finanzieller Hinsicht?

Ein beruflicher Neuanfang kostet Geld. Nicht nur für eine etwaige Ausbildung. Wenn Sie sich selbständig machen oder ein Unternehmen gründen, stehen besonders am Anfang Investitionen an. Zudem werden Sie vermutlich erst einmal keine oder weniger Einnahmen haben als bisher.

Wie groß ist Ihr finanzielles Polster? Wie viel Zeit können Sie überbrücken? Sind es die viel beschworenen zwei Jahre Puffer?

Wenn Sie nicht über ausreichende Reserven verfügen: Können Sie mit einem Side Business starten? Um wie viel können Sie Ihre Arbeitszeit im „alten“ Job reduzieren? Um wie viel Ihre Ausgaben? Durch welche Stellschrauben? Und wenn Sie hier nicht weiterkommen: Wer könnte Sie unterstützen oder beraten?

Frage #11: Welches Umfeld tut Ihrem Vorhaben gut?

Apropos Unterstützung: Wir erreichen unsere Ziele leichter, wenn wir uns ein Umfeld suchen, das uns in unserem Vorhaben bestärkt und unterstützt. Es gibt Menschen, die uns Energie rauben, und andere Menschen, die uns inspirieren und Energie schenken. Wählen Sie in dieser Phase, die auch mal Unsicherheit und Zweifel bringen kann, Ihr Umfeld sorgfältig aus. Knüpfen Sie Kontakte zu Menschen, die schon einen Schritt (oder mehrere) weiter sind als Sie. Pflegen Sie Ihr berufliches Vorhaben wie eine kleine Pflanze, die Sie immer wieder gießen und sorgsam umhegen. Sie wird es Ihnen danken.

Und jetzt? Nehmen Sie sich Zeit!

Sie haben sich erste Optionen und mögliche Wege dorthin überlegt? Dann nehmen Sie sich noch einmal ganz bewusst Zeit. Machen Sie etwas anderes. Fahren Sie in Urlaub. Gehen Sie wandern. Berufliche Neuorientierung ist ein Prozess. Bleiben Sie offen und neugierig für das, was Ihnen auf dem Weg begegnet.

Ihre Sinne sind jetzt, da Sie wissen, wonach Sie Ausschau halten, neu geschärft. Sie werden Optionen sehen, die Sie vorher nicht wahrgenommen haben. Sie werden Wege entdecken, wo vorher nur Sackgassen schienen. Ihnen werden sich Möglichkeiten bieten, obgleich Sie nicht bewusst danach suchen.

Glück ist, wenn Gelegenheit auf Vorbereitung trifft. Vertrauen Sie darauf und gehen Sie einen Schritt nach dem anderen. Und gestehen Sie sich auch einmal einen Umweg zu. Denn manchmal liegt das Glück genau dort.

 

Wenn Sie sich beruflich neu orientieren und dabei von einem Coach begleitet werden möchten, der Ihr Leben als Ganzes im Blick behält, nehmen Sie gern Kontakt zu mir auf. ▼

Weitere Informationen rund um Life Coaching finden Sie in meinem Blog Gedankengang ▼ und auf meiner Website ▼ unter Life Coaching ▼. Bei Fragen kontaktieren Sie mich gerne unverbindlich unter mail@petsch.coach ▼.