Was sie indes nicht wusste: Wohin dann? War ein Jobwechsel wirklich die richtige Antwort? Und eigentlich ging es doch auch um mehr als nur den Beruf – es ging um die Frage, wie sie ihr Leben mit Mitte 50 insgesamt gestalten wollte.
Was dann passierte
Als wir das erste Mal miteinander sprachen, war sie skeptisch. Würde ein Coachingprogramm bei Fragen dieser Tragweite überhaupt helfen können? Das ist eine berechtigte Frage, und ich höre sie oft.
Die meisten Frauen, die zu mir kommen, sind in der Mitte des Lebens, haben sich viel aufgebaut. Ihr Leben ist komplex, die Fragestellungen auch. Sie sind strukturiert und hochreflektiert, haben sich das Thema von allen Seiten angeschaut – nur kommen sie nicht vom Fleck.
Was ihnen fehlt, ist kein weiterer Input, sondern eine andere Art, die eigene Situation zu betrachten. Fragen, die sie sich selbst noch nicht gestellt haben.
Trotz ihrer Zweifel entschied Victoria sich für die Zusammenarbeit. Neun Monate später schrieb sie:
„Es war eine der besten Entscheidungen, die ich für mich getroffen habe. Denn ich habe etwas zurückgewonnen, das mir über die Jahre ein Stück weit abhandengekommen war: mich selbst.“
Das Bemerkenswerte an ihrer Geschichte: Sie hat ihren Job nicht aufgegeben. Victoria arbeitet noch immer im selben Unternehmen – aber sie hat wieder Freude daran. Es waren, wie sie selbst sagt, „keine großen, radikalen Schritte“, die den Unterschied gemacht haben, sondern „einige wenige, ganz gezielte Stellschrauben“. Und genau diese hatten einen Einfluss auf ihr gesamtes Leben – weit über den Beruf hinaus.